Kleine Parasiten, großer Juckreiz – Herbstgrasmilben in Aktion
Plötzlicher Juckreiz im Sommer – da steckt vielleicht die Herbstgrasmilbe dahinter.
Vielleicht kennst du das: Dein Hund kommt vom Spaziergang zurück und wirkt plötzlich unruhig. Er knabbert ständig an den Pfoten, leckt sich intensiv oder reibt den Bauch über den Teppich. Oder deine Katze putzt sich plötzlich manisch und du entdeckst kleine gerötete Hautstellen an den Ohren oder am Bauch. Viele Tierhalter denken in solchen Momenten zunächst an Flöhe oder eine Allergie. Gerade während der warmen Jahreszeit steckt jedoch häufig ein anderer Auslöser dahinter: die Herbstgrasmilbe.
Ihr Name führt dabei etwas in die Irre. Denn obwohl sie Herbstgrasmilbe heißt, beginnt ihre Saison oft schon im Frühsommer. Je nach Witterung sind die winzigen Parasiten bereits ab Juni aktiv und können bis weit in den Herbst hinein Beschwerden verursachen.
Was sind Herbstgrasmilben?
Die Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) ist ein winziger Parasit, der vor allem auf Wiesen, in Gärten und an Waldrändern vorkommt. Interessanterweise ist nur das Larvenstadium parasitisch. Die erwachsenen Milben leben frei in der Umwelt und stellen für Hunde und Katzen keine Gefahr dar.
Die winzigen Larven sitzen auf Grashalmen oder niedrigen Pflanzen und warten dort auf einen geeigneten Wirt. Streift ein Hund oder eine Katze vorbei, haften sie sich an der Haut an. Anders als Flöhe oder Zecken saugen sie jedoch kein Blut. Stattdessen lösen sie mit ihrem Speichel die oberste Hautschicht an und ernähren sich für einige Tage von Gewebsflüssigkeit.
Wie infizieren sich Hunde und Katzen

mit Herbstgrasmilben?
Die Ansteckung erfolgt ausschließlich über die Umwelt. Beim Spaziergang durch hohes Gras, beim Liegen auf einer Wiese oder beim Aufenthalt im eigenen Garten können die Larven auf das Tier gelangen. Besonders wohl fühlen sich Herbstgrasmilben auf warmen, trockenen Grünflächen.
Eine Übertragung von Tier zu Tier findet dagegen nicht statt. Dein Hund oder deine Katze steckt sich also nicht bei anderen Tieren an, sondern bringt die Larven direkt aus der Umgebung mit.
Woran erkennst du einen Befall mit Herbstgrasmilben?
Das Leitsymptom ist ein oft sehr ausgeprägter Juckreiz. Viele Tiere reagieren empfindlich auf den Speichel der Milbenlarven und beginnen bereits kurze Zeit nach dem Aufenthalt im Freien mit intensivem Kratzen oder Lecken.
Typische Anzeichen sind:
- starkes Lecken, Knabbern oder Kratzen
- Unruhe, besonders nach Spaziergängen
- gerötete Haut und kleine Knötchen
- Krusten oder entzündete Hautstellen bei stärkerem Befall
Besonders häufig siedeln sich die Larven an Körperstellen mit dünner Behaarung an. Dazu gehören vor allem die Pfoten und Zwischenzehenbereiche, der Bauch, die Achseln sowie die Ohrränder. Bei genauem Hinschauen kannst du sogar winzige orangefarbene Punkte auf der Haut erkennen – dabei handelt es sich um die Larven selbst.
Wann sollte dein Tier tierärztlich untersucht werden?
Ein erfahrener Tierarzt kann einen Befall häufig bereits anhand der typischen Symptome und der Jahreszeit vermuten. Trotzdem sollte dein Tier untersucht werden, wenn der Juckreiz sehr stark ausgeprägt ist, sich die Haut entzündet oder nässt oder die Beschwerden immer wieder auftreten. Auch wenn unklar ist, ob tatsächlich Herbstgrasmilben die Ursache sind, ist eine genaue Abklärung sinnvoll.
Denn ähnliche Symptome können auch durch Flöhe, Allergien oder andere Ursachen ausgelöst werden. Eine sichere Diagnose ist daher wichtig, damit die Behandlung gezielt erfolgen kann.

Was hilft deinem Tier bei Herbstgrasmilben?
Viele Tierhalter setzen zur Abwehr auf natürliche Maßnahmen wie Kokosöl oder pflanzliche Sprays. Diese können eine leicht abschreckende Wirkung auf die Larven haben.
Du kannst du dein Tier unterstützen, indem du nach Spaziergängen die gefährdeten Hautbereiche vorsichtig mit Wasser (gerne mit einem Schuss Apfelessig) abspülst. Besonders die Pfoten solltest du gründlich kontrollieren. Betroffene Stellen pflegst du mit lindernden Salben mit Cardiospermum oder Eichenrinde. Antiparasitäre Präparate sind aber nicht in unbedingt notwendig, da die Larven das Tier nach kurzer Zeit von selbst wieder verlassen.
Bei sehr starken Beschwerden können juckreizunterdrückende Medikamente aus der Schulmedizin erforderlich sein. Du solltest den Juckreiz nicht zu lange „aussitzen“. Benagt und kratzt sich das Tier intensiv, führt das zu Hautschäden, die sich entzünden können. Entwickeln sich durch das starke Kratzen bakterielle Hautinfektionen, müssen diese behandelt werden.
Kannst du einem Befall mit Herbstgrasmilben vorbeugen?
Einen hundertprozentigen Schutz gibt es leider nicht. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich verringern:
- möglichst stark befallene Wiesen meiden
- den Rasen im eigenen Garten kurz halten
- Pfoten, Bauch und Ohren nach Spaziergängen kontrollieren
- gefährdete Hautbereiche bei Bedarf mit Wasser abspülen
Repellentien können zusätzlich hilfreich sein, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz.
Sind Herbstgrasmilben gefährlich?
Für Hunde und Katzen sind Herbstgrasmilben in erster Linie äußerst lästig. Der intensive Juckreiz kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und unbehandelt zu Hautentzündungen führen. Schwere Erkrankungen verursachen die Parasiten jedoch normalerweise nicht.
Auch Menschen können nach dem Aufenthalt auf befallenen Wiesen juckende Hautreaktionen entwickeln. Die Milben bleiben jedoch weder beim Menschen noch beim Tier dauerhaft auf dem Wirt und sie übertragen keine gefährlichen Krankheiten.
Fazit Herbstgrasmilben
Herbstgrasmilben gehören zu den häufigen Ursachen für saisonalen Juckreiz bei Hunden und Katzen. Trotz ihres Namens treten sie oft schon im Sommer auf und werden deshalb nicht immer sofort als Auslöser erkannt.
Wer die typischen Symptome kennt und frühzeitig handelt, kann seinem Tier den oft erheblichen Juckreiz schnell erleichtern und verhindern, dass sich die Haut durch ständiges Kratzen oder Lecken weiter entzündet.
